Face the Darkness

Hat man in der Werbung gefühlt nicht schon alles irgendwann einmal gesehen? Besonders, wenn man tagtäglich damit arbeitet – noch dazu in einem Tonstudio?

So ein Blick über den Tellerrand der eigenen Arbeiten hat aber oft etwas Gutes. Denn so konnten wir diesen Spot der isländischen Biermarke EINSTÖK mit dem Titel „Face the Darkness“ entdecken. Und was wir da hören und sehen, gefällt uns extrem gut.

Wie ist es möglich, dass man in einer Minute das Set-up eines Spielfilms zum Leben erweckt? Ganz einfach: Man arbeitet mit Elementen, die wir als Publikum kennen. Außerdem erzeugt man Erwartungen und überrascht dann mit der Auflösung dennoch sein Publikum.

Aber am Wichtigsten: Dadurch, dass Ton und Bild so perfekt zueinander passen, entfaltet sich erst die Wucht des Spots. Weil gutes Sounddesign und geile Musik immer der Gesamtheit eines Produktes dienen sollten. Um das zu erreichen, braucht man Gespür für beides.

„Why are people afraid of the dark? Is it because they don’t know what lies beyond? Or is it, because they do?“

So entfaltet sich eine kurze Geschichte, die vollgepackt ist mit Bildanleihen aus dem Western-Genre. Nur, dass es in diesem Fall nicht um zwei Cowboys geht, die sich vor dem Saloon gegenüberstehen, sondern um eine epische Konfrontation zwischen Mensch und Monstrum.

Voiceovers werden nur am Beginn und ganz am Schluss eingesetzt. Dadurch erhält das Gesagte zusätzlich Bedeutung. Kaum merkbare Tempowechsel verleihen dem Spot eine einzigartige Dynamik. Es fällt nicht bewusst auf, dass sich die Geschwindigkeit ändert, aber auch dadurch wird die Aufmerksamkeit auf bestimmte Momente gelenkt, die für die Emotionalität der Erzählung von Bedeutung sind.

Wenn sich Ton und Bild perfekt ergänzen…

Der Einsatz von Sounddesign und Musik im Einstök-Spot ist großartig. Umweltgeräusche, Soundeffekte und Musik unterstützen die Stimmung der Szenerie hervorragend. Das Rauschen und Schäumen des Meeres, die Wellen, die sich brechen, der kraftvolle Galopp des Ungetiers auf dem steinernen Sand, all das intensiviert die Stimmung und treibt die Geschichte ihrem Höhepunkt näher.

Auch auf der Tonebene wird also mit Bekanntem gearbeitet. Gleichzeitig bezieht sich so die Story des Spots auf die Doppeldeutigkeit, die der gesamten Erzählung zu Grunde liegt. Es geht hier schließlich um Werbung für dunkles Bier und um Monster als Flaschenöffner.

Umgesetzt wurde das Ganze als Auftragsarbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg. Die Musik zum Spot stammt vom Hamburger Tonstudio German Wahnsinn. Das Sounddesign kommt von Marvin Keil.

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